Schokolade. Nougat. Sandelholz.
Ein Espresso der nicht beißt – sondern wärmt.
Samtig. Würzig.
Zeitlos.
Malabar Arabica
Ein Kaffee, der dich nicht weckt, sondern dich empfängt. Wie eine alte Geschichte, die dir leise zugeflüstert wird.
Zwischen Juni und September verändert der Monsun alles. Die Luft, die Küste und ganz besonders die Bohne.
Auf den Höhenlagen Keralas, zwischen den Western Ghats und dem Arabischen Meer, reift die Malabar-Arabica auf fast 1.500 Metern. Nach der Ernte werden die Bohnen sonnengetrocknet und dann beginnt das, was keinen anderen Kaffee der Welt so prägt.
Die Rohbohnen wandern in offene Lagerhäuser direkt am Meer. Keine Klimatisierung. Keine Verpackung. Nur Holzböden, raumhohe Öffnungen und der Südwestmonsun, der für zwölf Wochen ununterbrochen vom Ozean her hindurchweht.
Wind, Feuchtigkeit, Salz. Die Bohne quillt, verliert Säure, nimmt Farbe und Charakter an. Am Ende liegt sie hellgelb, fast golden, in den Regalen. Mild. Vollmundig. Bereit.
Die Kirschen werden von Hand gepflückt und auf Betonflächen in der Sonne getrocknet. So bleibt die Frucht gesund, die Bohne entwickelt ihre Süße und der Körper wird bereits angelegt.
Offene Lager an der Küste, Südwestwind vom Meer. Die Bohnen saugen Feuchtigkeit, schwellen an, verlieren Säure und nehmen den unverwechselbaren würzigen Charakter an.
Trommelröstung bei niedriger Temperatur, 18 Minuten. Individuelles Röstprofil unseres Röstmeisters Manfred. Verpackt mit Röstdatum, Aromaventil, Klammer.
Der Malabar, als Solokaffee wunderschön mild, fehlt ihm die rohe Kraft für eine dicke Crema. Der Uganda, der stärkste Robusta unseres Hauses, bringt genau das. Und zwar ohne seine Beerensüße zu verlieren.
Was einen guten Blend von einem beliebigen macht: das Verhältnis. Zu viel Robusta und der Kaffee wird flach, holzig, brennt. Zu wenig und die Crema fehlt. Unsere 80:20-Mischung hat vier Jahre Tüftelei gekostet und wurde 2026 von der deutschen Röstergilde mit Gold prämiert.
Gemahlen, getrennt getrocknet, im Röstprofil aufeinander abgestimmt, dann vermischt. Nie geröstet im selben Durchgang, denn Arabica und Robusta brauchen unterschiedliche Kurven. Unser Handwerk liegt hier im Detail.
Keine Maschinen. Keine Fermentationstanks. Die Kirsche trocknet mit Fruchtfleisch – unter der Äquatorsonne.
Robusta hat einen schlechten Ruf. Zu Recht, meistens. Industrieware, schmutzig verarbeitet, brutal geröstet, als billiger Koffein-Streckstoff verwendet. Unser Natural Uganda ist das genaue Gegenteil: Premium-Canephora, sonnengetrocknet auf erhöhten Betten, vollständig natürlich aufbereitet.
Die Kirsche bleibt während der Trocknung an der Bohne. Der Zucker wandert hinein. Was rauskommt, hat mit der typischen Robusta-Bitterkeit nichts mehr zu tun, stattdessen: reife Beeren, dunkles Nougat, unfassbare Dichte.
Zwischen Chanchamayo und Junín, an den östlichen Andenhängen, wächst unser Peruana. Steile Hänge, nährstoffreicher Vulkanboden, kühle Nächte.
Dass in Peru heute so guter Kaffee wächst, ist kein Zufall. Die Höhenlage zwingt die Kirsche zu langsamerer Reifung. Mehr Zeit für die Bohne bedeutet mehr Zucker, mehr Komplexität, dichteren Körper. Genau das, was aus einer Bohne später einen Espresso macht, der auch die Milch überlebt.
Unsere Farmer sind Kleinbauern-Kooperativen. Keine Industrieplantagen. Handlese. Langsame Sonnentrocknung. Dann geht es direkt an den Bodensee.
Kein Schock, kein Biss, keine Schärfe. Nur eine warme, schokoladige Dunkelheit, die sich langsam ausbreitet. Sandelholz, das hinten irgendwo klingt. Ein Nachgeschmack, der noch Minuten später da ist, wenn die Tasse längst leer ist.
Frisch geröstet ist er nicht sofort am Besten. Lass ihn vier bis sechs Tage nach Röstdatum ausgasen, dann entfaltet sich das volle Profil.
Für den Siebträger: 18 Gramm fein gemahlen, 25–28 Sekunden Extraktion, 36 Gramm in die Tasse. Doppelter Espresso, dichte Crema.
Etwas tiefer als üblich. Der Malabar braucht keine Hitze, um Geschmack zu zeigen, er braucht Zeit. Für Filter: 60 g pro Liter, 4 Minuten.
Der Nachgeschmack ist der eigentliche Star. Setz dich hin. Kein Handy. Nimm den ersten Schluck, warte. Dann den zweiten.